Es gibt einen neuen Aussichtspunkt in Wien, 18 Meter über dem Urban-Loritz-Platz, von dem man nicht nur hinten raus eine schöne Blickbeziehung hat zu Kahlenberg und Leopoldsberg, sondern auch zum Wienerberg, zu den Twin Towers und zum Wiental. Die Seitenflanken sind durch die Aufkantung so konstruiert, dass sie einen gewissen räumlichen Schutz bieten. Gleichzeitig sind sie so gegliedert, dass es an den Seitenflanken immer wieder Loggien gibt, wo man über den Gürtel in die Stadt schauen kann. Man befindet sich ja teilweise schon über dem Scheitelpunkt der angrenzenden Dächer. Oben soll eine lebendige Welt sein. Das bedeutet sicher auch ein gewisses Risiko. Wir versuchen natürlich, verantwortungsbewußt über die Terrasse auch die Übersicht und Kontrolle zu behalten.

Sie bauen jetzt eine Bibliothek. Was hat Ihnen die Institution Bibliothek vorher bedeutet?

Ich bin sicher nicht der klassische Bibliotheksgeher gewesen. Ich habe eher kleinere Bibliotheken genutzt wie die der „Angewandten“. Es hat eine Phase vor der Diplomarbeit gegeben, da habe ich mich in das Thema verliebt und vertieft. Es gab ein Grundstück vis-a-vis der Börse, wo jetzt das Hilton-Plaza steht, direkt neben der Polizeidirektion. Das war damals unbebaut. Da habe ich mir gesagt, da muss ich eine Bibliothek hinbauen. Das war der erste intensive Kontakt mit dem Thema Bibliotheken und Bibliotheksplanung. Ich habe dann intensiv Literatur studiert, auch in den USA.

7/8